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Website für KI optimieren: So finden ChatGPT und Co. Ihr Angebot.
Klassisches SEO bleibt die Grundlage, aber nicht alles davon gilt noch gleich. Diese Anleitung zeigt, wie KI-Dienste zu ihren Empfehlungen kommen, was dabei nachweislich zählt und was weniger bringt als behauptet. Für jede Organisation, ob Unternehmen, Verwaltung, Bildungsinstitut oder Verband.
Anthony Smith · veröffentlicht am
Schritt für Schritt
Wer heute einen Anbieter sucht, tippt nicht mehr nur Stichworte in eine Suchmaschine. Er fragt ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Copilot: «Wer hilft uns, Microsoft Copilot einzuführen?» oder «Welche Weiterbildung zu KI passt neben dem Beruf?». Die Antwort ist eine kurze Liste mit zwei bis fünf Namen. Wer dort fehlt, kommt gar nicht erst in den Vergleich.
Was eine KI dabei auswählt, folgt erkennbaren Regeln, und vieles davon lässt sich beeinflussen, ohne Budget für Werbung. Bevor es um die einzelnen Schritte geht, lohnt sich ein Blick darauf, was vom bisherigen Wissen über Suchmaschinen noch gilt.
Gilt SEO noch?
Ja, aber nicht mehr alles gleich. Google sagt es in seinem Leitfaden zur KI-Suche deutlich: Die KI-Übersichten und der KI-Modus beruhen auf denselben Such- und Qualitätssystemen wie die gewöhnliche Suche. Was unter Namen wie GEO oder AEO angeboten wird, ist aus Googles Sicht weiterhin SEO. Unabhängige Messungen zeigen aber auch, wo sich die Gewichte verschoben haben.
Was weiter gilt. Eine Seite muss erreichbar, lesbar und im Index sein. Titel und Überschriften müssen sagen, worum es geht. Und Inhalt aus eigener Erfahrung zählt mehr als eine Zusammenfassung dessen, was ohnehin überall steht. Google hält das für den wichtigsten Faktor überhaupt.
Was sich verschoben hat.
- Vom Rang zur Nennung. Wer bei Google auf der ersten Seite steht, wird nicht automatisch auch von der KI genannt, und wer dort fehlt, kann trotzdem genannt werden. Die KI sucht mit eigenen, oft genaueren Suchanfragen und nimmt die Seite, die eine Teilfrage am besten beantwortet, auch wenn sie bei Google weiter hinten steht. Ob Sie in einer KI-Antwort vorkommen, sehen Sie deshalb nur, wenn Sie dort direkt nachfragen.
- Von der Stichwortvariante zur Frage. Die KI zerlegt eine Frage in eigene Teilsuchen und versteht Synonyme. Eine eigene Seite für jede Formulierung bringt deshalb nichts mehr, und Google wertet sie als Spam.
- Vom Link zur Erwähnung. Wie oft eine Firma im Netz erwähnt wird, hängt stärker mit ihrer Sichtbarkeit in den KI-Übersichten von Google zusammen als die Zahl der Links auf ihre Website.
- Vom Klick zur Nennung. Wer in einer KI-Antwort genannt wird, bekommt nicht unbedingt einen Besuch. Gemessen wird deshalb anders, dazu mehr in der letzten Stufe.
Was weniger bringt als behauptet. Eine Studie zu Nennungen in ChatGPT fand für FAQ-Blöcke, strukturierte Daten, Zusammenfassungs- und Autorenboxen und die Ladezeit keinen Zusammenhang mit mehr Nennungen, sobald man Seiten derselben Website vergleicht. Die Datei llms.txt wertet Google nach eigener Aussage nicht aus. Schaden tut nichts davon, der Hebel liegt aber woanders.
Wie eine KI zu ihrer Empfehlung kommt
Eine KI hat zwei Quellen. Die erste ist ihr Gedächtnis: Was sie beim Training gelesen hat, bestimmt, welche Namen sie zu einem Thema kennt. Grosse Marken nennt sie oft ohne jede Quelle. Kleinere Anbieter kennt sie kaum. Verlässlich genannt werden sie erst, wenn die zweite Quelle Belege über sie findet: die Suche im Netz.
Für diese Suche formuliert die KI aus der Frage mehrere eigene Suchanfragen, liest einige Treffer und zitiert davon wenige. Dabei sucht jeder Dienst in einem anderen Bestand (Stand Oktober 2026):
- Gemini und die KI-Übersichten von Google suchen im Index von Google.
- Copilot sucht bei Bing.
- ChatGPT nutzt einen eigenen Crawler und Suchpartner, darunter Bing.
- Perplexity hat einen eigenen Index.
- Claude sucht unter anderem über Brave Search.
Daraus folgt die wichtigste Regel dieser Anleitung: Es gibt nicht den einen Weg. Wer bei Google gut dasteht, kann bei Claude fehlen, und umgekehrt. Die folgenden sechs Stufen decken alle Wege ab.
1. Ausgangslage messen
Schreiben Sie zehn Fragen auf, wie Ihre Kundinnen und Kunden sie stellen würden. Einige kurz wie im Suchfeld, einige lang und mit Zusammenhang, so wie man in ChatGPT schreibt. Eine Schreinerei in Thun etwa: «Schreinerei Thun Einbauküche» und «Wir bauen ein altes Haus um und suchen jemanden, der uns eine Küche nach Mass plant und einbaut. Wer macht das in der Region Thun?».
Dazu kommen zwei Kontrollfragen. Sie betreffen ein Nachbarthema, zu dem Sie auf Ihrer Website nichts ändern, bei der Schreinerei etwa «Wer repariert alte Holzfenster in Thun?». Die Kontrollfragen beantworten später die Frage, ob eine Veränderung von Ihren Seiten kommt. KI-Dienste ändern laufend, wie sie suchen und was sie nennen. Werden Sie nach einem Monat häufiger genannt, und zwar bei den Küchenfragen ebenso wie bei den Fenstern, hat sich eher der Dienst verändert. Steigen nur die Küchenfragen, wirken Ihre neuen Seiten.
Stellen Sie jede Frage in mindestens drei Diensten, und zwar dreimal. Dieselbe Frage bringt beim nächsten Mal oft andere Quellen und andere Namen. Erst die Wiederholung zeigt, ob Sie verlässlich genannt werden oder nur zufällig. Halten Sie je Antwort fest: Werden Sie genannt? Stimmt die Beschreibung? Welche Seiten werden als Quelle zitiert? Die zitierten Seiten zeigen, was ein Dienst für eine gute Antwort hält.
Prüfen Sie dabei auch, mit welchen Worten gesucht wird. Die Bing Webmaster Tools zeigen in der Keyword-Recherche, wie oft ein Begriff in der Schweiz gesucht wird, die Google Search Console, bei welchen Suchen Ihre Website schon erscheint, und die Autovervollständigung, wie ein Begriff weitergetippt wird. Die Worte müssen nicht wörtlich stimmen, die KI versteht Synonyme. Ihre Seite sollte das Thema aber in den üblichen Worten des Fachgebiets beschreiben, denn in diesen Worten sucht die KI. Eigenes Vokabular, so treffend es ist, sucht niemand.
2. Zugang öffnen
Der beste Text nützt nichts, wenn ein Dienst die Seite nicht lesen darf oder kann.
robots.txt. Diese Datei im Hauptverzeichnis sagt Suchmaschinen und KI-Diensten, was sie lesen dürfen. Die Dienste melden sich mit eigenen Namen und gehören zu drei Gruppen:
- Training: Sie sammeln Inhalte, mit denen künftige Modelle lernen, etwa
GPTBotvon OpenAI undClaudeBotvon Anthropic. - Suche: Sie lesen für die Antworten von heute, etwa
OAI-SearchBot,Claude-SearchBot,PerplexityBot,BingbotundGooglebot. Wer diese Gruppe sperrt, wird in den Antworten nicht genannt. - Abruf auf Wunsch: Sie holen eine Seite, wenn eine Person in ChatGPT oder Claude danach fragt, etwa
ChatGPT-UserundClaude-User.
Ein Sonderfall ist Google-Extended. Es steuert nicht nur, ob Google mit Ihren Inhalten künftige Modelle
trainiert, sondern auch, ob Gemini sie für seine Antworten heranzieht. Wer es sperrt, verzichtet auf
Nennungen in Gemini. Die gewöhnliche Google-Suche und die KI-Übersichten betrifft es nicht.
So kann eine robots.txt aussehen, die das Training durch OpenAI ausschliesst und alles andere offen lässt:
User-agent: GPTBot
Disallow: /
User-agent: *
Allow: /
Sitemap: https://www.ihre-firma.ch/sitemap.xml
Firewall und Hosting. Manche Anbieter von Hosting und Netzschutz sperren KI-Dienste inzwischen von sich aus, unabhängig von der robots.txt. Ein Blick in die Einstellungen lohnt sich.
Search Console. Seit Ende August 2026 gibt es dort eine Einstellung, die eine Website aus den KI-Übersichten und dem KI-Modus von Google ausschliesst. Prüfen Sie, dass sie nicht gesetzt ist.
Keine versehentliche Sperre. Ein vergessenes noindex aus der Entwicklungszeit hält eine Seite aus
jedem Index fern.
Inhalt ohne JavaScript. Google liest JavaScript, viele KI-Dienste nicht. Was erst im Browser nachgeladen wird, sehen sie nicht. Öffnen Sie Ihre Seite einmal mit ausgeschaltetem JavaScript.
3. Seiten melden
Eine Suchmaschine findet neue Seiten von selbst, aber oft erst nach Tagen oder Wochen. Schneller geht es, wenn Sie sie melden.
- Sitemap. Eine Liste aller Seiten mit dem Datum der letzten Änderung, verlinkt in der robots.txt. Die meisten Websitebaukästen erzeugen sie selbst. Wichtig ist, dass das Änderungsdatum stimmt, sonst vertrauen die Suchmaschinen ihm nicht mehr.
- Google. In der Google Search Console die Sitemap einreichen. Einzelne wichtige Seiten lassen sich über die URL-Prüfung mit «Indexierung beantragen» zusätzlich melden, in beschränkter Zahl je Tag.
- Bing. In den Bing Webmaster Tools die Sitemap einreichen. Wer die Google Search Console schon nutzt, kann die Website von dort übernehmen. Bing zählt für die KI-Suche mehr, als sein Marktanteil vermuten lässt, weil Copilot und ChatGPT darauf zugreifen.
- IndexNow. Ein offenes Meldeverfahren: Ihre Website sagt selbst «diese Seite ist neu oder geändert», statt auf den nächsten Besuch zu warten. Eine einzige Meldung erreicht Bing, Yandex, Seznam, Naver, Yep und Amazon, denn die Teilnehmer teilen sie untereinander. Google nimmt nicht teil. In WordPress geht es mit einer Erweiterung, bei Cloudflare mit einem Schalter, und viele Baukästen bringen es schon mit.
- Brave. Hier gibt es keine Anmeldung. Gefunden wird, wer von anderen Seiten verlinkt wird, ein Grund mehr für die fünfte Stufe.
4. Verständlich schreiben
Titel und erster Absatz beantworten die Frage. Das ist der einzige Hebel auf der Seite selbst, der sich in den Messungen durchgängig zeigt. Ein guter Slogan ist für Menschen geschrieben. Für eine Maschine, die eine Frage beantworten soll, sagt «Ideen, die tragen» nichts. Titel und Hauptüberschrift beschreiben deshalb Leistung, für wen und wo, etwa «IT-Support für Arztpraxen in Bern». Der Slogan kann als kurze Zeile darüber stehen. Die ersten zwei, drei Sätze müssen ohne den Rest verständlich sein. Ein Satz wie «Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg» lässt sich keiner Frage zuordnen.
Eine Seite je Leistung, nicht je Formulierung. Eine Seite «Leistungen» mit zwölf Punkten beantwortet keine Frage gut. Bieten Sie drei Dinge an, nach denen gefragt wird, braucht jedes seine Seite. Zehn Seiten für zehn Schreibweisen derselben Leistung braucht es dagegen nicht.
Konkret statt allgemein. Preise oder wenigstens die Art der Abrechnung, ein Datum, Beispiele aus der eigenen Arbeit. In einem Experiment mit sechs Sprachmodellen erhöhten ausdrückliche Preisangaben und ein aktuelles Datum die Chance, als erste Quelle zitiert zu werden.
Namen und Zuständigkeiten eindeutig. Steht auf einer Seite ein Kundenzitat mit Name, Foto und Funktion, und fehlt Ihr eigener Name, kann eine KI die zitierte Person für die Inhaberin oder den Inhaber halten. Nennen Sie, wer hinter dem Angebot steht, und schreiben Sie den Firmennamen überall gleich, auf der Website, im Handelsregister, auf LinkedIn und in Verzeichnissen. Für eine Maschine sind «Muster AG», «Muster» und «Muster Consulting» drei verschiedene Firmen.
Häufige Fragen, strukturierte Daten und llms.txt. Häufige Fragen lohnen sich, wenn sie echte Fragen ehrlich beantworten, für die Menschen, die Ihre Seite lesen. Einen zusätzlichen Effekt auf KI-Nennungen belegen die Messungen nicht. Strukturierte Daten nach schema.org beschreiben im Quelltext Firma, Adresse und Leistungen. Sie helfen bei der Darstellung in der Google-Suche, sind für die KI-Suche aber keine Voraussetzung. llms.txt ist eine Kurzfassung der Website für Sprachmodelle. Google ignoriert sie, ob andere Dienste sie lesen, ist nicht belegt. Sie kostet wenig, erwarten Sie aber keine Wirkung davon.
5. Belege ausserhalb der eigenen Website
Eine KI empfiehlt ungern, was nur die Firma selbst über sich sagt. Gerade kleinere Anbieter werden verlässlich genannt, wenn die Suche auch anderswo Belege findet. Solche Belege sind:
- Einträge in Verzeichnissen von Verbänden und Branchen, bei denen Sie Mitglied sind.
- Seiten von Partnern, Kunden oder Hochschulen, die Ihre Arbeit nennen.
- Fachartikel, Gastbeiträge und Vorträge mit Ihrem Namen.
- Ein gepflegtes LinkedIn-Profil und, für lokale Anbieter, das Unternehmensprofil bei Google.
- Bewertungen, wo es in Ihrer Branche üblich ist.
Überall gelten dieselben Angaben: derselbe Name, dieselbe Beschreibung, dieselbe Adresse. Gekaufte oder erfundene Erwähnungen bringen nichts, Google filtert sie nach eigener Aussage heraus.
6. Pflegen und nachmessen
Was einmal im Netz stand, bleibt dort eine Weile. Alte Preise, frühere Angebote oder eine ausgeschiedene Ansprechperson können noch Wochen nach der Änderung in Antworten auftauchen. Leiten Sie alte Adressen dauerhaft (mit 301) auf die passende neue Seite um, und melden Sie Änderungen.
Stellen Sie nach zwei und nach vier Wochen dieselben Fragen wie in der ersten Stufe, wieder je dreimal. Vergleichen Sie dabei mit den Kontrollfragen: Steigen die Nennungen nur bei Ihren Fragen, wirken Ihre Seiten. Steigen sie überall, hat sich eher der Dienst verändert. Dazu kommen Messwerte, die es seit 2026 gibt:
- Bing Webmaster Tools, «AI Performance»: wie oft Ihre Seiten in Copilot und in den KI-Zusammenfassungen von Bing zitiert werden, mit den Suchbegriffen, die die KI dafür verwendet hat.
- Google Search Console, Bericht zu generativer KI: wie oft Ihre Seiten in den KI-Übersichten und im KI-Modus erscheinen. Klicks und Suchbegriffe zeigt er nicht.
- Webanalyse: Besuche, die von chatgpt.com, perplexity.ai, copilot.microsoft.com oder gemini.google.com kommen.
- Server-Protokoll: welche der Dienste aus der zweiten Stufe Ihre Seiten tatsächlich lesen.
Beide Berichte zählen nur einen Ausschnitt und erscheinen erst, wenn genug Daten vorliegen. Für eine kleine Website bleiben die eigenen Testfragen deshalb das wichtigste Instrument.
Prüfliste
- Zehn Kundenfragen und zwei Kontrollfragen, je dreimal in drei Diensten gestellt.
- Die Suchdienste von OpenAI, Anthropic, Perplexity, Microsoft und Google sind in der robots.txt zugelassen.
Google-Extendednur gesperrt, wenn Sie auf Nennungen in Gemini verzichten wollen.- Keine Sperre durch Firewall oder Hosting, kein Ausschluss in der Search Console, kein
noindex. - Inhalt auch ohne JavaScript lesbar.
- Sitemap mit stimmendem Änderungsdatum bei Google und Bing eingereicht, IndexNow eingerichtet.
- Jede Leistung hat eine eigene Seite, Titel und erster Absatz sagen, was, für wen und wo.
- Preise oder die Art der Abrechnung, Datum, Beispiele aus eigener Arbeit.
- Inhaberin oder Inhaber genannt, Firmenname überall gleich geschrieben.
- Einträge bei Verbänden, Partnern und in Fachmedien, mit denselben Angaben.
- Alte Adressen mit 301 umgeleitet.
- Nach zwei und vier Wochen nachgemessen, dazu die Berichte von Bing und Google.
Das Wichtigste in einem Satz
Eine Website, die eine KI empfehlen kann, beantwortet in Titel und erstem Absatz die Frage, die Kundinnen und Kunden stellen, lässt die Suchdienste aller grossen KI-Anbieter herein und wird auch anderswo im Netz erwähnt.
Quellen: Google, Optimizing for generative AI features, Google, Crawling infrastructure, Search Console, Bericht zu generativer KI, Bing Webmaster Blog, AI Performance, IndexNow, Teilnehmer, What Drives AI Citations? (Studie, 2026), underneath, Rangliste und KI-Nennungen (2026), Ahrefs, Erwähnungen und KI-Übersichten, What Gets Cited (SIGIR 2026). Stand Oktober 2026.